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BRIEFE NICHT ÜBER DIE LIEBE 19. Januar 2006, 19.30 Uhr, Galerie Raumausstatter
Videoessay für Splitscreen nach dem Berlin-Roman „ZOO oder Briefe nicht über die Liebe“ (1923) des sowjetischen Autors Viktor Schklowski
Deutschland 2006, DigiBeta, Farbe, Stereo, 4:3
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Buch und Regie: Bernhard Sallmann
Kamera: Alexander Gheorghiu
Ton: Johannes Schmelzer-Ziringer
Zusätzliche Tonaufnahmen: Anette Rose, Bettina Bartzen
Tonmischung: Urs Hauck
Montage: Christoph Krüger
Grafik: Florian Hildmann
Deutsche Übersetzung: Alexej Khairetdinov
Sprecherin: Olga Prolygina
Sprecher: Fritz Mierau, Alexej Khairetdinov, Sergij Antonov, Vjaceslav Stil, Aleksandr Kahadski, Andrej Khabarov, Andrei Loginov, Nikolai Kosenko, Zakhar Ishov, Viktor Kirushin, Kirill Romanovskiy, Michael Michelew, Aleksej Nesterow
Produktion: Klaus Dörr
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
Deutsche Sprachfassung 60 Minuten
Der sowjetische Autor, Literatur-, Filmtheoretiker, Szenarist für das Kino, Essayist und Kritiker Viktor Schklowski (1893-1984) lebte 1922/23 mit etwa 300 000 RussInnen in der Berliner Emigration. Dort verfaßte er das Buch „ZOO oder Briefe nicht über die Liebe“.
In ZOO wechseln sich das liebende Autoren-Ich und die es nicht liebende Alia Briefe. Vom Leitthema des NICHT/LIEBESDISKURSES werden alle weiteren Themen entfaltet: Stadtwahrnehmung, der fremde Russe in Berlin, der kulturelle und alltagssoziologische Vergleich, ästhetische und literaturwissenschaftliche Debatten. Dauernd werden die Schreibstrategien gebrochen und wie in einer musikalischen Formensprache kehren die Topoi wieder (etwa die gußeisernen Yorckbrücken). Nach verschiedenen Navigationen durch Berlin endet das Buch mit der Bitte, in die Sowjetunion zurückkehren zu dürfen.
Bernhard Sallmann wählt aus dem Briefroman Stellen für sein Videoessay für Splitscreen aus, die von in Berlin lebenden RussInnen in deutsch und russisch gelesen werden.
ADDENDA:
Viktor Schklowski wurde 1893 in Petersburg geboren und starb 1984 in Moskau. In den 10er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war er einer der Begründer der Formalen Methode in den Literaturwissenschaften, die im OPOJAS, der Gesellschaft zum Studium der poetischen Sprache, organisiert war. Bedeutsam ist seine erste Publikation „Die Erweckung des Wortes“ (1914). Neben den literaturtheoretischen Texten arbeitete er an autobiografischen Büchern: Sentimentale Reise (1923), ZOO oder Briefe nicht über die Liebe (1923), Dritte Fabrik (1926). In der zweiten Hälfte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts arbeitet er in verschiedener Funktion für den Film und schreibt u. a. Drehbücher für die Stummfilme NACH DEM GESETZ (1926, Regie: Lew Kuleschow) und DRITTE KLEINBÜRGERSTRASSE (1927, Regie: Abram Room). 1940 erscheint das umstrittene Buch „Über Majakowski“. In den 60er Jahren die große Studie „Lew Tolstoi“ und in den 70er Jahren die Romanbiographie „Eisenstein“.
Der Regisseur Bernhard Sallmann wurde 1967 in Linz/Österreich geboren und lebt seit 1988 in Berlin. Er studierte zuerst Publizistik, Germanistik und Soziologie in Salzburg und Berlin, danach Film- und Fernsehregie in Potsdam-Babelsberg.
Film- und Videoarbeiten (zuletzt): Die Lausitz 20X90 (2004), Die Freiheit der Bäume (2003), 400 Km Brandenburg (2002), Berlin-Neukölln (2001)
Weitere Informationen: www.performart.de
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